Armut
Armut in Deutschland heute bedeutet vor allem eines: Soziale Ausgrenzung. Wer über einige Zeit ein ordentliches Einkommen hatte, kann das besonders deutlich erfahren: In Armut hat man weniger Kontakt zu anderen Menschen und wird einsamer. Das ist nicht etwa eine Vermutung oder ein Klischee, sondern das Ergebnis umfangreicher Armutsforschung in Europa [mehr].
Der Verlust eines Arbeitsplatzes, Trennung, Krankheit, Behinderung – all das und vieles andere kann dazu führen, dass die Einkommenslage sich so verschlechtert, dass man Grundsicherungsleistungen in Anspruch nehmen muss, um die gröbste Not zu mildern.
Eine der Hauptursachen für Armut in Deutschland ist, dass die Löhne in den unteren Einkommensbereichen seit langer Zeit immer niedriger werden [mehr]. Immer mehr Jobs werden so schlecht bezahlt, dass auch Vollzeitbeschäftigte auf ergänzende Grundsicherungsleistungen angewiesen sind.
Oft finden hilfesuchende Menschen bei den Behörden, die für Grundsicherungsleistungen („Hartz IV“, Sozialhilfe und Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsunfähigkeit) zuständig sind, nicht die Unterstützung, die sie sich wünschen. Das Klima wird meist als ziemlich rau beschrieben. Die hohen klägerischen Erfolgsquoten – vor allem im Bereich „Hartz IV – deuten darauf hin, dass Grundsicherungsbescheide auch mehr als sechs Jahre nach Einführung des SGB II und des SGB XII eine hohe Fehlerquote aufweisen.
